Gewaltprävention in der Pflege. Achtsam im Alltag.

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Gewalt in der Pflege beginnt oft früher als gedacht. Wie die Vivantes Hauptstadtpflege mit Pflegekodex, Schulungen und klaren Abläufen vorbeugt.

Die Vivantes Hauptstadtpflege hat dazu eine klare Position: Gewalt hat in der Pflege keinen Platz.

Manchmal kippt eine Situation schneller, als man denkt: Eine Pflegekraft ist unter Zeitdruck, eine Bewohnerin möchte in diesem Moment nicht gewaschen werden, fühlt sich bedrängt und reagiert abwehrend. Ein kurzer Moment reicht, und aus Routine wird Anspannung.

Solche Situationen gehören zum Pflegealltag. Denn Pflege bedeutet Nähe, Verantwortung und den Umgang mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen, Stimmungen und Tagesformen. Umso wichtiger ist es, aufmerksam zu bleiben und früh zu erkennen, wenn eine Situation sich verändert.

Gewalt hat viele Gesichter

Wenn von Gewalt die Rede ist, denken viele zunächst an körperliche Übergriffe. Doch in der Pflege beginnt sie oft viel früher. Auch eine schroffe Ansprache, das Übergehen von Wünschen oder fehlende Unterstützung können für Betroffene belastend sein. Zum Beispiel dann, wenn jemand nicht ernst genommen wird oder Entscheidungen über den Kopf hinweg getroffen werden.

Entscheidend ist dabei nicht die Absicht, sondern wie eine Situation erlebt wird. Gerade weil viele Bewohnerinnen und Bewohner sich nicht klar äußern können, bleibt das oft lange unbemerkt.

Gleichzeitig ist wichtig zu verstehen: Gewalt in der Pflege ist keine Einbahnstraße. Sie kann alle Beteiligten betreffen – Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende, Angehörige und auch externe Dienstleistende. Sie kann von verschiedenen Seiten ausgehen und in unterschiedlichen Konstellationen entstehen.

Warum Situationen eskalieren

In den seltensten Fällen gibt es eine eindeutige Ursache. Häufig ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Zeitdruck, Stress oder Missverständnisse können dazu führen, dass Signale übersehen werden. Gleichzeitig reagieren Menschen mit Demenz oder anderen Erkrankungen manchmal aggressiv, nicht aus Bosheit, sondern weil sie sich unsicher oder überfordert fühlen.

Auch feste Abläufe können zur Herausforderung werden, wenn sie nicht zur aktuellen Situation passen. Das zeigt: Schwierige Situationen entstehen nicht aus dem Nichts, sie entwickeln sich Schritt für Schritt.

Was wir konkret tun

Die Vivantes Hauptstadtpflege hat dazu eine klare Position: Gewalt hat in der Pflege keinen Platz. Diese Haltung ist verbindlich im Pflegekodex verankert. Sie basiert auf einem einfachen, aber konsequenten Anspruch: Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Dazu gehört, persönliche Grenzen zu respektieren, achtsam mit Nähe und Distanz umzugehen und bei Grenzverletzungen nicht wegzusehen, sondern aktiv zu handeln.

Das bedeutet auch: Gewalt wird nicht relativiert oder als „Teil des Berufs“ hingenommen. Jeder Vorfall wird ernst genommen, unabhängig davon, von wem er ausgeht. Mitarbeitende werden regelmäßig geschult, um kritische Situationen früh zu erkennen und angemessen zu reagieren. Dabei geht es nicht nur um Wissen, sondern auch um den Umgang im Alltag: Wie spreche ich jemanden an? Wann halte ich inne? Wann hole ich Unterstützung dazu?

Für den Ernstfall gibt es feste Abläufe. Wenn eine Situation auffällt, handeln Mitarbeitende nach klaren Schritten: hinschauen, eingreifen, ansprechen, dokumentieren und Unterstützung holen. Beobachtungen werden an die zuständigen Führungskräfte weitergegeben.

Diese prüfen den Vorfall, entscheiden über das weitere Vorgehen und sorgen dafür, dass die Situation aufgearbeitet wird – auch im Team. So entstehen Transparenz und die Möglichkeit, daraus zu lernen.

 

 

„Gewalt hat in der Pflege keinen Platz. Die Würde jedes Menschen ist unantastbar.“
Zitat von: Aus dem Pflegekodex der Vivantes Hauptstadtpflege

Ein gemeinsames Ziel

Gewaltprävention ist keine einzelne Maßnahme, sondern Teil der täglichen Arbeit. Sie beginnt bei der eigenen Haltung und zeigt sich im Umgang miteinander.

Unser Ziel ist eine Umgebung, in der sich alle sicher und respektiert fühlen können: Bewohnende, Angehörige und Mitarbeitende gleichermaßen. Dazu gehört auch, schwierige Situationen nicht zu übergehen, sondern offen anzusprechen.

Woran kann man belastende Situationen erkennen?

Gewalt ist nicht immer sofort sichtbar. Es gibt jedoch Anzeichen, die aufmerksam machen können.

Körperliche Hinweise:

  • Unklare Verletzungen wie blaue Flecken oder Kratzer
  • Auffällige Veränderungen im Gesundheitszustand
  • Mangelnde Hygiene oder Versorgung

Veränderungen im Verhalten:

  • Rückzug, Angst oder ungewöhnliche Unruhe
  • Plötzliche Aggressivität oder starke Verunsicherung
  • Schlafprobleme oder auffällige Stimmungsschwankungen

Wichtig: 

Solche Anzeichen können viele Ursachen haben. Entscheidend ist, genau hinzuschauen und bei Unsicherheiten das Gespräch zu suchen.

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